Ich habe ja schon an anderer Stelle geschrieben, dass sich meine Prioritäten verschoben haben seit ich Mutter bin und irgendwie auch nochmal seit dem der Krümel auf der Welt ist. Wer meine About-Seite studiert hat, weiß außerdem, dass ich Hausarbeit echt so ätzend wie nur was finde. Mein Traum ist eine Putzfrau oder ein selbstreinigendes Haus oder zumindest ein Saugroboter. So lange das nicht umsetzbar ist, muss es irgendwie so laufen.

Der Haushalt kann mich mal

Ok, nicht der komplette Haushalt, aber es gibt so gewisse Sachen, die auf meiner Prioritätenliste ganz weit unten stehen. Ganz weit. Spinnenweben an der Decke entfernen, bspw. Die meiste Zeit bin ich froh, wenn Küche und Bad einigermaßen ordentlich aussehen, ich so oft sauge, dass die Wollmäuse sich nicht in Clans zusammenrotten und die Weltherrschaft anstreben und wir saubere Sachen zum Anziehen haben. Auch wenn es schon einige Zeit dauert, bis die gewaschenen Sachen ihren Weg in die Kleiderschränke finden. Ich bin einfach keine Superhausfrau. Werde ich auch nie sein. Will ich aber auch nicht sein. Ich finde, dass das alles schon genug Zeit in Anspruch. Die Zeit, die dann noch bleibt, verbringe ich lieber mit den beiden Chaoskindern oder ja, auch mal mit einem Spieldate oder dem Blog, wenn die Kinder friedlich spielen. Außerdem müssen die Spinnweben ja auch erstmal auf eine bestimmte Größe angewachsen sein, damit man sie überhaupt entdeckt. (Achtung, Sarkasmus)

Vielleicht wird sich das irgendwann mal ändern, wenn beide Chaoskinder in den Kiga gehen oder zur Schule oder wenn sie aus dem Haus sind. Vielleicht auch nicht, aber auch das ist dann gut so und meine Entscheidung.

Dein Vorgarten sagt nichts über dich aus, nur über deine Prioritäten

Ob Spinnweben an meiner Decke hängen oder ob Unkraut in meinem Vorgarten wächst, sagt letztendlich nichts, aber auch gar nichts darüber aus ob ich ein guter Mensch oder eine gute Mutter bin, ob ich nett bin oder verantwortungsbewusst oder anständig. Es sagt nur etwas darüber aus, wo ich meine Prioritäten setze. Als Mutter von zwei kleinen Kindern, kann die Gesellschaft verdammt glücklich sein, wenn ich meine Prioritäten bei meinen Kindern und meinem Wohlergehen (nur wenn es mir gut geht, kann ich auch einen gute Mutter sein) setze!

Versteh mich nicht falsch, ich verurteile niemanden, der viel Wert auf ein sehr sauberes oder ordentliches Zuhause legt. Natürlich fände ich es auch schön, immer in einem sauberen Haus zu leben, mit einem ordentlichen Garten. Da meine Kraft aber momentan einfach schon für den normalen Alltag mit den Chaoskindern drauf geht, muss und möchte ich meine Prioritäten einfach anders setzen.

Warum regt die sich eigentlich so auf?

Kennst du diese Leute, die immer meinen sich in gewisse Sachen einmischen zu müssen, bzw. einem sagen müssen, was man in deren Augen zu tun hat? Letztens gerade wieder geschehen. Ich hasse das! Mir muss niemand sagen, was ich in meinem Haushalt zu tun habe. Ich bin ein erwachsener, eigenständiger Mensch, dem sehr wohl bewusst ist, was dazu gehört einen Haushalt zu führen. Mir muss niemand sagen, wie ich mein Leben zu führen habe, was ich zu putzen habe und was nicht. Das ist ganz alleine meine Entscheidung, in Absprache mit meinem Mann natürlich. Wenn sich jemand daran stört, wie es bei uns zu Hause aussieht, dem zeige ich gerne Putzlappen und Staubsauger und dann soll er sich austoben.

Ich rege mich aber auch auf, weil ich mich über mich selbst ärgere. Weil ich nicht so reagiert habe, wie ich mir eigentlich vorgenommen hatte zu reagieren. Einfach, weil es so unerwartet kam und meine Schlagfertigkeit schon schlafend im Bett lag. Außerdem bin ich einfach kein konflitkfreudiger Mensch. Das habe ich nun davon. Hätte ich gleich anders reagiert, würde ich mich vielleicht jetzt nicht so aufregen. Vielleicht aber auch trotzdem, denn ich verstehe es einfach nicht. Warum meinen manche Menschen, anderen sagen zu müssen, was sie zu tun oder zu lassen haben. Was haben sie davon? So sehr ich mir auch den Kopf zerbreche, ich verstehe es nicht wirklich.

Mein Leben. Meine Entscheidung.

Ich schreibe jetzt also lieber an diesem Blogpost, anstatt auf die Couch zu klettern und die Spinnenweben an der Decke zu entfernen. Gestern habe ich drei Anläufe gebraucht um in der Wohnung staubzusaugen. Da waren mir die Spinnweben erst recht herzlich egal. Es ist nunmal meine Wohnung, mein Leben. Ich muss am Ende des Tages glücklich mit meinem Tag, meiner Woche, meinem Leben sein. Da bezweifle ich stark, dass ich einmal dasitzen und sagen werde „Ach Mist, hätte ich mal lieber öfter die Spinnenweben entfernt, anstatt meiner Leidenschaft zu folgen und zu schreiben oder Zeit mit meinen Kindern zu verbringen!“. Wird. Nie. Passieren.

In diesem Sinne: Leb dein Leben, wie du es für richtig hälst! Lass andere ihr Leben leben, wie sie es für richtig halten! Unterstütz andere! Zeig Interesse, hinterfrag warum etwas gerade so läuft, anstatt zu verurteilen! Und genieß deine Familienzeit, deine Me-Time – mit Spinnweben an der Decke!

Herzlichst

Deine JennyPenny